Ruhe vor dem Sturm

Δημοσιεύθηκε: 15 Ιουνίου 2012 Συντάκτης: Παναγιώτης Δούμας Κατηγορίες: GRIECHENLAND, JUNGE FREIHEIT, ΕΘΝΙΚΕΣ ΕΚΛΟΓΕΣ 2012 Β, ΕΚΛΟΓΕΣ, ΚΟΜΜΑΤΑ, ΝΕΑ ΔΗΜΟΚΡΑΤΙΑ, ΠΟΛΙΤΙΚΗ, ΣΥΡΙΖΑ
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Wahl in Griechenland: Viel hehre Versprechungen, Ohrfeigen und ein Aufruf zur Volksbewaffnung
Panayotis Doumas

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. In Athen herrscht eine merkwürdige Stille. Keine Demonstrationen, keine Randale. Nur die Spiele der Nationalmannschaft bei der Fußballeuropameisterschaft sorgen für Stimmung und etwas Abwechslung. Alle denken an die Wahl am kommenden Sonntag und daran, was danach kommen mag. Wird Griechenland unregierbar bleiben? Die Stimmung ist schlecht.

Seit dem ersten Wahlgang am 6. Mai hat sich vieles weiter verschlechtert. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft DEI steckt aufgrund mangelnder Zahlungsmoral in finanziellen Schwierigkeiten. Die Krankenkassen haben kein Geld für teure Medikamente und Untersuchungen. Selbst in bis dato erfolgreichen Unternehmen – so in der Branche der Telekommunikation – ist der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen. Die Zahl der Selbstmorde ist dramatisch angestiegen, ebenso die Kriminalität sowie der Zuzug von illegalen Migranten.

Die Probleme sind groß. Doch Umfragen deuten auf wenig Veränderung im Wählerverhalten hin. Auch am 17. Juni steht die Frage im Raum: Wie hälst du es mit den Maßgaben der Troika? Wie mit Euro und rigidem Sparkurs?

Entsprechend liegen die konservative Nea Dimokratia (ND) und das Bündnis der radikalen Linken, Syriza, mit 28 Prozent Kopf-an-Kopf. Zwar konnte ND-Chef Samaras mittels Kooperation mit Dora Bakogianni von der Demokratischen Allianz, die bei der letzten Wahl knapp an der Dreiprozenthürde scheiterte, und dem Übertritt von vier Politikern der rechtsnationalen LaosPartei, die Kräfte bündeln, dennoch ist fraglich, ob er mit seinem 18-Punkte-Plan, der mit Neuverhandlungen und Förderprogrammen winkt, die Mehrheit der Griechen gewinnen kann.

Jede Partei wirbt mit ihrem ultimativen Rettungsplan, der Neuverhandlungen, ein Ende des Sparkurses und höhere Löhne verspricht.

Bei all dem Einerlei stürzen sich die Medien dann auch lieber auf die Skandale. Im Fokus: der Pressesprecher der „Chrysi Avgi“ (Goldener Sonnenaufgang), Ilias Kasidiaris, der in einer Fernsehrunde die „Faschisten“-Anwürfe der Syriza-Politikerin Rena Dourou mit einem Glas Wasser und den Zeitungswurf der Kommunistin Liana Kanelli mit Ohrfeigen beantwortete, sowie der Syriza-Politiker Ifikratis Amiras, der die Griechen dazu aufruft, sich mit Molotowcocktails, Gewehren und Äxten zu bewaffnen, um für den Aufstand gegen Regierung und Kapital gerüstet zu sein.